UNTERWEGS IM NATURPARK WESTHAVELLAND

Eingebettet in die Niederung der Unteren Havel, an der Grenze zu Sachsen Anhalt, liegt das größte Großschutzgebiet Brandenburgs. Es schließt an das länderübergreifende Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ an, wird durch die kleinen Städtchen Neustadt/Dosse im Norden, Pritzerbe im Süden und Friesack im Osten begrenzt und gehört zu den gewässerreichsten Regionen Deutschlands. Die Havel ist die Lebensader des Naturparks. Im mecklenburgischen entspringend mündet sie nach rund 341 Kilometern Lauf bei Havelberg in die Elbe. Die Niederung der Unteren Havel ist das größte zusammenhängende Feuchtgebiet im Binnenland des westlichen Mitteleuropas. Kilometerbreite Urstromtäler mit großen Sumpfgebieten und Mooren prägen das Gebiet. Über 1000 bedrohte und stark gefährdete Tier- und Pflanzenarten finden hier ihren Lebensraum. Mit seinem Gewässerreichtum ist die Region ideal für einen naturschutzverträglichen Wassertourismus.

Bei einer Paddeltour auf der Untere Havel zeigt der Naturpark eine seiner schönsten Seiten. Lautlos mit der schwachen Strömung gleitend geht es durch idyllische Altarme, unberührte Landschaften, vorbei an historischen Ortskernen, Natur- und Vogelschutzgebieten, ausgedehnte Feuchtwiesen, kargen Sandrücken und urwüchsigen Ufergehölze. Biber und Fischotter sind hier ebenso zu Hause wie eine bemerkenswerte Vielfalt an Fischen, Insekten und Pflanzen. Ob Wasserwandern auf der Havel oder Badespaß in den zahlreichen schönen Seen: Wer Wasser mag, wird das Westhavelland lieben. Das „feste“ Land, charakterisiert durch Dünen und Sanderflächen, ist mit beschilderten Rad-, Reit-, und Wanderwegen immer eine Endeckung wert. Besuchern mit Interesse für Kulturgeschichte eröffnen sich durch sehenswerte historische Bauten und technische Denkmäler lohnende Ausflugsziele.

Mit seinen seichten Ufern, eingerahmt  von Schilf, Wiesen und Kiefernwäldern ist der Gülper See ein einzigartiges Vogelparadies. Er ist der wohl größte Wildgänserastplatz Mitteleuropas. Im Herbst und Frühjahr können zehntausende Wildgänse und hunderte Kraniche beobachtet werden. Der See ist darüber hinaus auch bedeutendes Brutgebiet für viele seltene Vogelarten. Mit Fernglas, Zeit und Geduld ausgerüstet kann man zu jeder Jahreszeit den Artenreichtum dieser ursprünglichen Landschaft erleben. Drei Beobachtungstürme, attraktive Wanderwege und ein Naturlehrpfad laden dazu ein.

Im Havelländischen Luch bei Buckow hat die Großtrappe, mit bis zu 17 Kilogramm der größte flugfähige Vogel der Welt, einen ihrer  letzten Lebensräume in Deutschland. Von Ende März bis Mai balzen die prächtigen Hähne auf den Wiesen des Luches und bilden leuchtend weiße Federwolken. Aussichtstürme in Buckow und Garlitz sind ideal für die störungsarme Beobachtung.

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